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Niedriger Blutdruck durch Medikamente: Nicht immer hilfreich

Ein hoher Blutdruck birgt Gesundheitsgefahren - wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Deshalb, so die neueste Lehre der Medizin, soll der Blutdruck nicht mehr auf unter 140 mmHg, sondern auf unter 130 mmHg gesenkt werden und der ideale Zielwert ist nun 120 mmHg. Viele haben das beklagt, weil damit zu viele behandelt werden müssten. Kritiker meinen sogar, diese Richtlinie diene nur dem Umsatz der Pharmaindustrie. Doch Studien belegen, dass ein so niedriger Blutdruck durchaus Leben retten kann. Allerdings: Eine neue Untersuchung zeigt, dass die niedrigen Werte nicht für alle vorteilhaft sind.

Mediziner der Universität Bern (Schweiz) und der Universität Leiden (NL) betonen, dass hohen Blutdruck mit Medikamenten zu senken, vielen Menschen hilft und Leben speziell bei über 60jährigen Patienten/innen rettet. Sie kritisieren aber gleichzeitig, dass Blutdruckrichtlinien das breite Spektrum der Patienten - vom schwerbehinderten 75-Jährigen im Pflegeheim bis zur 95-Jährigen, die sich noch sportlich betätigt - ignorieren. Die allgemeingültige Empfehlung in den USA, bei allen über 60jährigen die Blutdruckwerte auf unter 130mmHg zu senken, werde damit nicht allen Patienten gerecht. 

Denn „solche Studien schliessen sehr alte und gebrechliche Menschen mit mehreren Krankheiten und mehreren Medikamenten aus. Damit sind die Resultate auch der besten Studien nur bedingt auf alte Menschen übertragbar“, meint PD Sven Streit vom Institut für Hausarztmedizin der Universität Bern (BIHAM). 

Nun wurden 570 Bewohner/innen der Stadt Leiden in den Niederlanden ab 85 Jahren untersucht. Damit wurden auch Patienten/innen erfasst, die an einer Demenz leiden, im Pflegeheim wohnen oder sonst gebrechlich sind. 249 nahmen anthyertensive Medikamente ein.  

Die Forscher fanden heraus, dass Blutdrucksenker bei den damit behandelten Patienten/innen zu einem höheren Sterberisiko führte: Und zwar pro minus 10 mmHg um 29%. Darüber hinaus war ein schnellerer Abfall der geistigen Leistungsfähigkeit feststellbar: pro minus 10 mmHg um 0,35 Punkte. Gemessen wird die kognitive Fähigkeit auf einer Skala von 0 bis 30 - Mini-Mental-Status-Test, der anhand von 9 Aufgabenkomplexen zentrale kognitive Funktionen überprüft.  

Streit und seine Kollegen/innen bestätigten mit dieser Studie, was frühere Beobachtungsstudien bereits vermuten liessen: Insbesondere gebrechliche Patienten benötigen eine zusätzliche blutdrucksenkende Therapie nur nach individueller Abschätzung von Nutzen und Risiko.

29.6.2018 cs / Quelle: Age and Ageing 2018

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