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Foto: DAK/Schläger
Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung (Foto: DAK/Schläger)
Vorhofflimmern: Verschluss-System kann Schlaganfall verhindern

Patienten mit der Herzrhythmusstörung für die eine die orale medikamentöse Hemmung der Blutgerinnung (Antikoalugation) nicht in Frage kommt, steht mit einem Verschlusssystem (Okkluder) ein auch langfristig wirksames Instrument zur Verhinderung von Schlaganfällen zur Verfügung.

Studien konnten zeigen, dass sich Thromben (Blutgerinnsel) bei Patienten mit Vorhofflimmern in mehr als 90 Prozent der Fälle im linken Vorhofohr bilden. Durch mechanischen Verschluss des linken Vorhofohres kann die Bildung von Thromben bei Patienten mit Vorhofflimmern verhindert werden. Bei diesem Katheter-interventionellen Verfahren wird über die Femoralvene, eine der größten Venen im Bereich des Oberschenkels, unter lokaler Betäubung ein Verschluss-System im linken Vorhofohr platziert.

Eine Studie aus Leipzig verglich diesen Vorhofohrverschluss mit oraler Antikoagulation (Medikamente zum Einnehmen). „Wir konnte die Nicht-Unterlegenheit des perkutanen Verschlusses mit dem Okkluder in Bezug auf den kombinierten klinischen Endpunkt bestehend aus Tod (kardiovaskulär oder ungeklärt), Schlaganfall und systemische Embolisation beweisen“, so Dr. Nicolas Majunke (Leipzig). „Komplikationen wurden ausschließlich während und nach der Operation und in der frühen postinterventionellen Phase beobachtet. Genau wie die orale Antikoagulation kann der Verschluss des linken Vohrhofohres die Inzidenz von Schlaganfällen vermindern, jedoch nicht komplett vermeiden.“

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und betrifft drei bis fünf Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre und bis zu 13 Prozent der über 80-Jährigen. Gleichzeitig ist Vorhofflimmern einer der wichtigsten Risikofaktoren für Schlaganfälle: So sind in Deutschland etwa 26 Prozent der Schlaganfälle kardioembolischen Ursprungs. Die orale Antikoagulation ist der therapeutische Goldstandard zur Verhinderung von Thromboembolien bei Patienten mit Vorhofflimmern. Trotzdem können bis zu 40 Prozent der Patienten mit Vorhofflimmern aufgrund von Kontraindikation (z. B. bei erhöhtem Blutungsrisiko, Medikamenteninteraktionen, Nebenwirkungen) nicht antikoaguliert werden, nur 15 bis 66 Prozent der Patienten mit hohem Thromboembolie-Risiko und fehlenden Kontraindikationen sind in der klinischen Praxis antikoaguliert.

31.08.2010/ Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK

 
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