Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Foto: DAK/Schläger
Der sogenannte Knöchel-Arm-Index - also das Messen des Blutdrucks an Arm und Bein - deckt Durchblutungsstörungen der Beine eher auf (Foto: DAK/Schläger)
Blutdruck messen an Arm und Bein: Durchblutungsstörungen besser erkennen

Der Blutdruck soll zukünftig an Arm und Bein gemessen werden, fordert die Gesellschaft für Innere Medizin. Denn durch den sogenannten Knöchel-Arm-Index komme man Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) viel eher auf die Spur. Verhindern ließen sich dadurch viele Herzinfarkte oder Schlaganfälle.
 
Eine bestehende periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) der Beine lässt sich Durch den einfachen rechnerischen Vergleich des Blutdrucks an Arm und Bein erkennen. Bei dem Test misst der Arzt zunächst den Blutdruck an der Wade, knapp oberhalb des Fußgelenks. Diesen „Knöchel-Wert“ teilt er durch den Blutdruck des Arms. Das Ergebnis ist der Knöchel-Arm-Index, der sogenannte ‚Ankle Brachial Index’ (ABI). Liegt der ABI unter 0,9, spricht dies für eine Durchblutungsstörung der Beine. Diese bleibt sonst oft lange unbemerkt. Dabei sind selbst beschwerdefreie PAVK-Patienten hochgradig gefährdet, innerhalb weniger Jahre einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.

Erst in späten Stadien empfinden die Betroffenen Schmerzen in den Waden. Ärzte nennen diese Krankheit auch Claudicatio intermittens –  „unterbrochenes Hinken“. Denn die Erkrankten spüren schon nach wenigen Schritten Schmerzen in den Beinen, die sie zu regelmäßigen Pausen zwingen – daher heißt sie umgangssprachlich auch „Schaufensterkrankheit“.
 
Der Knöchel-Arm-Index ist kein neuer Test. „In der Praxis wird er jedoch viel zu selten durchgeführt“, beklagt Prof. Dr. Curt Diehm vom Klinikum Karlsbad-Langensteinbach. Im Rahmen der ‚getABI-Studie’ (German epidemiological trial on Ankle Brachial Index) haben der Gefäßspezialist und weitere Forscher die Vorteile des Tests belegt. Die Mediziner nutzten dafür die Daten von 344 Arztpraxen, die im Oktober 2001 bei insgesamt 6880 Patienten im Alter über 65 Jahren den Knöchel-Arm-Index bestimmt hatten.

Jeder fünfte untersuchte Senior hatte, oft ohne es zu wissen, eine arterielle Verschluss­krankheit. „PAVK ist eine der wichtigsten Markererkrankungen für eine koronare Atherosklerose und das damit assoziierte Risiko für Herzinfarkt oder plötzlichen Herztod“, erklärt der Kardiologe Prof. Dr. Harald Darius vom Vivantes Klinikum Berlin-Neukölln. Dieses Risiko sei für Menschen mit PAVK sogar höher als für Diabetiker.
 
Zu den jüngsten Erkenntnissen von getABI gehört, dass eine PAVK die Lebenserwartung älterer Menschen mehr verkürzt als eine Diabeteserkrankung: In den ersten fünf Jahren der Nachbeobachtung starben 12,9 Prozent der Patienten mit Diabetes und 17,5 Prozent der Patienten mit PAVK. Lagen beide Krankheiten vor, betrug die Sterberate sogar 28,2 Prozent. „Ebenso wie ein Diabetes gilt die periphere arterielle Verschlusskrankheit zwar als Vorbote eines Herzinfarkts“, warnt Darius. Die Konsequenz, gezielt nach den Patienten zu suchen, werde jedoch zu selten gezogen.
 
Die Experten fordern deshalb Reihenuntersuchungen – insbesondere für ältere Menschen. Der Test eigne sich für ein solches Screening besonders, da er schnell, einfach und unblutig durchzuführen ist. Eine frühe und die umfassende Behandlung von Risiken, die eine arterielle Verschlusskrankheit begünstigen, könnten vor Folgen wie Schlaganfall und Herzinfarkt schützen. Dies wiederum bewahre Patienten vor Behinderung und verlängere Leben. Auf lange Sicht würde dies zudem beträchtliche Kosten im Gesundheitswesen sparen, betont die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM).

WANC 30.01.09, Quelle: Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM)

Schaufensterkrankheit: Wenn jeder Schritt schmerzt

Schaufensterkrankheit: Nicht harmlos

Jeder fünfte Ältere leidet an der 'Schaufensterkrankheit'

Schaufensterkrankheit: Beine ohne Blut

 
Seite versenden  
Seite drucken