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Wenn das Herz aus dem Rhythmus kommt, erhöht sich das Risiko für einen Schlaganfall (Foto: DAK/Schläger)
Vorhofflimmern: Die Gefahren eines taktlosen Herzens

Ein Fünftel aller Schlaganfälle wird durch Vorhofflimmern verursacht. Diese Rhythmusstörung des Herzens lässt sich aber gut behandeln, wenn sie früh genug erkannt wird.

Vorhofflimmern ist die häufigste behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörung. In Deutschland sind rund eine Million überwiegend ältere Menschen betroffen, Tendenz steigend. Die Rhythmusstörung ist zwar nicht unmittelbar lebensbedrohlich, kann aber zu schwerwiegenden Komplikationen führen, insbesondere zum Schlaganfall. Während des Flimmerns ist die Pumpfunktion in den Herzvorhöfen eingeschränkt, so dass sich dort Blutgerinnsel bilden können.

Wird ein solches Gerinnsel mit dem Blutstrom ins Gehirn gespült, kann es dort ein Gefäß verstopfen und so zum Schlaganfall führen. Deshalb sind in vielen Fällen Medikamente zur Blutverdünnung nötig, um das Schlaganfallrisiko zu reduzieren (antithrombotische Therapie).

Wie hoch das Schlaganfallrisiko eines Vorhofflimmerpatienten ist, hängt von seinen individuellen Risikofaktoren ab. Ein Hilfsmittel zur Abschätzung des Schlaganfallrisikos ist der sogenannte CHADS2 Score, der auch in den aktuellen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie empfohlen wird. Dabei stehen die Buchstaben CHADS für die einzelnen Risikofaktoren: C = chronic heart failure (strukturelle Herzerkrankung, die zu Herzmuskelschwäche führt), H = Hypertonie (Bluthochdruck), A = Alter über 75 Jahre, D = Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), S = Schlaganfall.

Während C, H, A und D jeweils mit einem Punkt bewertet werden, zählt ein bereits erlittener Schlaganfall doppelt. Nach der Höhe der Punktzahl richtet sich die antithrombotische Behandlung. Liegen keine Risikofaktoren vor (Score 0 ), empfehlen die Leitlinien eine Blutverdünnung mit Acetylsalicylsäure (ASS), wenn überhaupt. Bei hohem Schlaganfallrisiko (Score größer als 1) sollte dagegen eine Blutverdünnung mit beispielsweise Marcumar erfolgen. Bei Patienten mit moderatem Risiko (Score 1) liegt die Art der antithrombotischen Behandlung im Ermessen des Arztes.

Bluthochdruck, Herzmuskelschwäche oder Zuckerkrankheit sind nicht nur Risikofaktoren für einen Schlaganfall, sondern auch für das Vorhofflimmern selbst. Die Behandlung von Vorhofflimmerpatienten konzentriert sich deshalb neben der Blutverdünnung vor allem auf die Therapie der zugrundeliegenden Erkrankungen. Dadurch kann in vielen Fällen der normale Herzrhythmus erhalten bzw. wieder hergestellt werden, was wiederum zu einer Senkung des Schlaganfallrisikos beiträgt.

Experten schätzen, dass es eine hohe Zahl von Betroffenen gibt, die mit Vorhofflimmern leben, ohne es zu wissen. Nicht selten macht sich die Rhythmusstörung erst durch Komplikationen, in schweren Fällen durch einen Schlaganfall, bemerkbar. Wird Vorhofflimmern dagegen rechtzeitig erkannt und behandelt, lassen sich solche Folgeschäden in vielen Fällen vermeiden.

WANC 23.09.08/ Quelle: Kompetenznetz Vorhofflimmern

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