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Ein Schlaganfall kann auch bei Menschen, die vorher im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte waren, zu nicht umkehrbaren Gedächtnisstörungen führen
Demenz: Schlaganfall kann Auslöser sein

Schlaganfälle führen nicht nur zu Lähmungen und Sprachstörungen, sondern erhöhen auch das Risiko, an einer Demenz zu erkranken. Selbst Menschen, die zuvor im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte waren, können nach einem Schlaganfall eine schwere, nicht umkehrbare Gedächtnisstörung entwickeln.

"Die meisten Menschen bringen einen Schlaganfall nur mit der Halbseitenlähmung in Verbindung", sagt Prof. Dr. Martin Grond, Vorstandsmitglied der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und Chefarzt am Kreisklinikum Siegen. Doch ein Schlaganfall kann vielfältige Folgen nach sich ziehen. So entwickelt sich im Anschluß an einen durchgemachten Schlaganfall doppelt so häufig eine Demenz wie bei ansonsten vergleichbaren Menschen, die keinen Schlaganfall erlitten haben. Und das selbst bei Betroffenen mit vor dem Schlaganfall völlig intakter geistiger Leistungsfähigkeit.

Im Rahmen einer niederländischen Studie unterzogen sich zwischen 1990 und 2005 alle Einwohner eines Rotterdamer Vorortes, die älter als 55 Jahre waren, regelmäßigen ärztlichen Untersuchungen. Bei der Datenauswertung wurden nur Personen berücksichtigt, die zu Studienbeginn weder eine Demenzerkrankung aufwiesen noch einen Schlaganfall erlitten hatten. Jeder zehnte Proband erlitt während des Untersuchungszeitraumes einen Schlaganfall. Bei diesen Studienteilnehmern traten später doppelt so viele Demenzerkrankungen auf wie in der Gruppe der Menschen ohne Schlaganfall.

"Denken und Erinnern gehören zu den persönlichsten Eigenschaften eines Menschen. Dass ein Schlaganfall uns dieser Fähigkeiten berauben kann, ist auch für die Angehörigen eine schlimme Erfahrung. Die Studienergebnisse zeigen erneut, wie wichtig es ist, sich vor einem Schlaganfall zu schützen", warnt Grond.

Hier kommt der Behandlung der Risikofaktoren, insbesondere des Bluthochdruckes, eine zentrale Bedeutung zu. Grond weist zudem darauf hin, dass ein Schlaganfall auch eine bereits bestehende Demenz verschlimmern kann. Außerdem müsse man davon ausgehen, dass viele Demenzen die Folge von wiederholten Mini-Schlaganfällen seien. "Diese werden von den Patienten häufig gar nicht bemerkt, hinterlassen in der Summe aber schwere Schäden", erklärt Grond.

WANC 23.07.08
Quelle: "The Rotterdam Study", Christiane Reitz, Michiel J. Bos, Albert Hofman, Peter J. Koudstaal, Monique M. B. Breteler: Prestroke Cognitive Performance, Incident Stroke, and Risk of Dementia: The Rotterdam Study. In: Stroke, 2008; 39: 36-41.

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