Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Bei einer Herzschwäche ist das Herz nicht mehr dazu in der Lage, die benötigte Menge Blut durch den Körper zu pumpen (Foto: BarmerGEK)
Bei einer Herzschwäche ist das Herz nicht mehr dazu in der Lage, die benötigte Menge Blut durch den Körper zu pumpen (Foto: BarmerGEK)
Herzmuskelschwäche: Wie Aptamere heilen helfen

Aptamere sind kleinste Teilchen mit einer ganz besonderen Fähigkeit. Sie können bestimmte Stoffe und Gifte binden und dann unschädlich machen. So haben sie die Fähigkeit die Stoffe im Blut zu neutralisieren, die zu einer Erweiterung des Herzmuskels führen und damit eine chronische Herzschwäche auslösen können.

Der Ursprung sind sogenannte Autoantikörper. Die bilden sich in Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen, das sind Krankheiten, bei denen das Immunsystem seine Abwehrkräfte gegen gesunde Körperteile wendet. Die Autoantikörper werden dabei als Boten ausgeschickt, um die Bereiche zu markieren, über die das Immunsystem herfallen soll. Im Falle von Autoimmunerkrankungen können diese Autoantikörper also krank machen.

Erweiterung des Herzmuskels kann zu Herzschwäche führen
Nehmen die Autoantikörper das Herz ins Visier, dann richten sie sich gegen einen Stoff (beta1-Rezeptor) der für das Zusammenziehen (Kontraktion) des Herzens zuständig ist und somit die Herzfrequenz steuert. Bei Patienten mit einer krankhaften Erweiterung des Herzmuskels, der sogenannten dilatativen Kardiomyopathie, attackieren die Autoantikörper den beta1-Rezeptor und aktivieren ihn dauerhaft. Das fördert das Entstehen und Voranschreiten der chronischen Herzmuskelschwäche.

Aptamere können gefährliche Stoffe unschädlich machen
Forscher haben nun spezifische Aptamere erkannt, die Autoantikörper binden und neutralisieren können und sie damit unwirksam machen. Die normale Regulation der Herzfrequenz wird dabei nicht beeinflusst. Darüber hinaus bieten die neuen Aptamere noch weitere Einsatzmöglichkeiten: Sie können in der sogenannten Blutwäsche als »Autoantikörperbinder« eingesetzt werden. In diagnostischen Tests können die Aptamere die krankmachenden Autoantikörper aufspüren und dadurch  zeigen, welche Patienten von einer Therapie mit Aptameren profitieren würden.

18.11.2011/ Quelle: Cir. Res. 2011;109:986-992, Cir. Res. 2011;109:982-983
 
Seite versenden  
Seite drucken