Frauen
Männer
Allergien
Atmungsorgane
Augen, Ohren, Mund, Zähne
Diabetes, Stoffwechselkrankheiten
Haut
Herz-Kreislauf - Herzinfarkt, Schlaganfall
Infektionen, Immunsystem
Migräne, Kopf- und andere Schmerzen
Krebs
Leber, Magen, Darm, Niere, Schilddrüse
Rheuma, Rücken, Gelenke, Knochen
Psyche, Nerven, Gehirn, Suchtkrankheiten
Alternativ
Weitere Krankheiten
 
 

Foto: Stock photo
Flexible Arbeitszeitgestaltung wirkt sich insbesondere auf den Blutdruck, auf die Qualität des Schlafes sowie auf die psychische Gesundheit aus (Foto: Stock photo)
Arbeitszeit selbst bestimmen – gesünder bleiben

Über Arbeitszeiten in Unternehmen wurde und wird viel diskutiert. Nun machen Studien deutlich, dass Selbstverantwortung nicht nur Auswirkungen auf die Arbeitszufriedenheit, sondern gleichwohl auf die Gesundheit hat. Denn bei Arbeitnehmern, die selbst Einfluss auf ihre Arbeitszeit nehmen können, wirkt sich dies offenbar positiv auf ihren Blutdruck, den Schlaf sowie die Phsyche aus.

Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverband Deutscher Internisten (BDI), stellt fest, „dass Angestellte mit flexiblen Arbeitszeiten einen niedrigeren Blutdruck haben, besser schlafen und weniger anfällig für psychische Erkrankungen sind. Die Ergebnisse legen also nahe, dass es gesundheitliche Vorteile bringt, wenn Menschen ihre Arbeitszeiten selbst gestalten können, anstatt sie vom Arbeitgeber vorgegeben zu bekommen." Er bezieht sich dabei auf eine Arbeit von Forschern um Clare Bambra von der Durham Universität in Großbritannien.

Die Wissenschaftler untersuchten Daten von insgesamt 16603 Teilnehmern. Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass verschiedene Formen von flexibler Arbeitszeitgestaltung Auswirkungen auf ganz verschiedene Aspekte der Gesundheit hatten, insbesondere auf den Blutdruck, auf die Qualität des Schlafes sowie auf die psychische Gesundheit. Wesiack: „In einer Studie zeigten beispielsweise Polizeibeamte, die ihren Arbeitsbeginn verändern konnten, im Vergleich zu Kollegen, die zu einer festgelegten Zeit anfangen mussten, eine deutliche Verbesserung der psychischen Verfassung."

So besagt eine 2007 veröffentlichte Studie am Wake Forest University Medical Center, dass je flexibler die Angestellten einer Firma ihre Arbeitszeiten gestalten können, sie desto gesünder leben. Forscher um Joseph G. Grzywacz hatten die Arbeitsbedingungen einer großen Pharmafirma in den USA untersucht. Bei mehr als 3.000 Mitarbeitern wurden Arbeitszeiten, sportlichen Aktivitäten und Schlafdauer abgefragt. Die Auswertung der Fragebögen ergab, dass jene Arbeitnehmer, die sich ihre Arbeit flexibel einteilen können, gesünder leben und länger schlafen. Dieses durch flexible Arbeitszeiten geförderte Verhalten ließ das Erkrankungsrisiko sinken und förderte die Gesundheit der Arbeitnehmer.

In skandinavischen Ländern sind flexible Arbeitsmodelle insbesondere für Angestellte mit Familie bereits weit verbreitet. Auch in Großbritannien haben Eltern von Kindern unter 16 Jahren seit letztem Jahr Anspruch auf eine Vereinbarung von flexiblen Arbeitszeiten. „Noch ist es nach Einschätzung der Forscher zu früh für eine eindeutige Empfehlung, doch die Ergebnisse der Untersuchungen unterstützen die Arbeitszeitregelungen in Skandinavien und Großbritannien", meint Wesiack. „Wichtig ist es allerdings, näher zu untersuchen, wie sich flexible Arbeitszeiten bei unterschiedlichen Berufs- und Altergruppen auswirken. So könnten einige Formen von flexibler Arbeitszeitregelung nur für Angestellte mit anspruchsvolleren Tätigkeiten möglich sein, was die Unterschiede in der Gesundheit zwischen den sozialen Schichten vergrößern könnte."

Dass das Thema in unseren Breitengraden erkannt ist, zeigt eine Broschüre des zeitbuero nrw. Die Staatliche Organisation, die zum Wissentransfer von moderner Arbeitszietgestaltung informieren will, schreibt: “Fließen die individuellen Interessen der Beschäftigten bei der Verteilung der Arbeitszeit ein, wirkt sich dies förderlich auf die Lebensqualität der Beschäftigten aus. So kann der eigene Tagesrhythmus bei der Lage der täglichen Arbeitszeiten berücksichtigt werden, um den Morgen- und Abendtypen gerecht zu werden.“

WANC 15.03.10, Quelle: Cochrane Systematic Reviews, BDI, Journal of Occupational and Environmental Medicine (2007, 49: 1302-1309)

Langes Arbeiten raubt die Gesundheit

Negativer Stress am Arbeitsplatz sorgt für Bluthochdruck

Doppelbelastung im Job macht krank

 
Seite versenden  
Seite drucken