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Herzschrittmacher
Im Experiment gehackt: Maximo (Foto: medtronic.com)
Herzschrittmacher: Für Hacker angreifbar

Die Möglichkeit von Hackerangriffen auf Herzschrittmacher haben Experten für Computersicherheit der University of Massachusetts Amherst und der University of Washington aufgezeigt. In einem Laborexperiment konnten sie über eine drahtlose Verbindung auf einen implantierbaren Kardioverter-Defibrillator (ICD) zugreifen. Neben potenziell tödlichen Manipulationen des Geräts war auch der Diebstahl von Patientendaten möglich.

Für die Untersuchungen zu Sicherheits- und Datenschutzaspekten haben die Forscher einen ICD vom Typ "Maximo" des Herstellers Medtronic verwendet. Dieser sei ein typisches Beispiel für derzeit gängige Geräte. Diese werden alleine in den USA von hunderttausenden Patienten bis hin zu Vizepräsident Dick Cheney genutzt. Der Ausstoß von für einen realen Patienten potenziell fatalen Stromstößen war die spektakulärste Manipulation am ICD, die den Forschern in ihren Versuchen gelungen ist.

Mit der dabei genutzten Telekommunikationsausrüstung konnten sie auch vom Implantat drahtlos übermittelte Patientendaten abfangen. Diese seien unverschlüsselt übertragen worden, kritisieren die Sicherheitsexperten. Das Problem fehlender Kryptografie werde durch das Fehlen einheitlicher Standards für Datenübermittlung im medizinischen Bereich und die Frage der Entfernung relativiert, heißt es von Medtronic Deutschland.

Implantierbare medizinische Geräte haben in der Regel keine starken Sender, die für die Datenübermittlung auf große Entfernungen geeignet wären. "Die Sendeleistung ist für den unmittelbaren Nahbereich ausreichend", meint Andreas Bohne, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Metronic Deutschland. In vielen Fällen müsse der Empfänger praktisch direkt an die Haut gehalten werden. "Es ist schwerlich vorstellbar, dass es zu einer Manipulation kommt", meint Bohne.

Auch die US-Forscher geben an, dass sich ihre Versuchsausrüstung in unmittelbarer Nähe des Maximo-ICDs befand. Mit größeren Entfernungen zwischen Antenne und Implantat, wie sie für reale Angriffe wohl nötig wären, wurde nicht experimentiert. Reale Hackerangriffe auf medizinische Implantate sind den Forschern bislang nicht bekannt.

"Die Risiken für Patienten sind derzeit sehr gering, aber ich mache mir Sorgen, dass sie ansteigen könnten", warnt Tadayoshi Kohno, Forscher der University of Washington, in der „New York Times“. Die Verbreitung von implantierbaren medizinischen Geräten aller Art, die drahtlos mit der Außenwelt kommunizieren, steige an. Die Fragen der Sicherheit und des Datenschutzes fänden bei solchen Geräten zu wenig.

Sie haben verschiedene Maßnahmen vorgeschlagen, wie ohne Energiebedarf die Sicherheit verbessert werden könnte. Einer davon ist eine Warnung vor Kommunikationsversuchen, beide andere umfassen Kryptografieaspekte.

WANC 13.03.08/pte

 
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