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Foto: DAK/Wigger
Acht genetische Varianten sind jeweils ursächlich für einen leicht erhöhten oder niedrigeren Blutdruck verantwortlich (Foto: DAK)
Bluthochdruck: Der Einfluß der Gene

Auch beim Bluthochdruck haben Gene ihre Finger im Spiel. Wissenschaftler haben acht häufige Genvarianten identifiziert, die den Blutdruck beeinflussen. Jede Einzelne kann den Blutdruck allerdings nur geringfügig beeinflussen. Aber die Kombination ungünstiger Varianten kann  das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko deutlich erhöhen. 

„Zum ersten Mal ist es einem internationalen Wissenschaftler-Konsortium gelungen, genetische Varianten zu identifizieren, die sich auf den Blutdruck auswirken. In Deutschland leidet etwa jeder fünfte Erwachsene unter Bluthochdruck. Die Wissenschaftler sind damit der Aufklärung der genetischen Ursachen dieser weit verbreiteten Erkrankung ein großes Stück näher gekommen", erklärte Prof. Rainer Rettig, Direktor des Greifswalder Institutes für Physiologie.

Die Wissenschaftler haben acht genetische Varianten ausfindig gemacht, die jeweils ursächlich für einen leicht erhöhten oder niedrigeren Blutdruck verantwortlich sind. Obwohl jede Einzelne der gefunden Genvarianten den Blutdruck nur geringfügig (0,5 - 1 mmHg) beeinflusst, kann die Kombination ungünstiger Varianten das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko deutlich erhöhen.

Diese Erkenntnisse sollen helfen, die Ursachen des Bluthochdrucks besser als bisher zu verstehen und vor allem neue Methoden der Behandlung zu finden. „Die individualisierte Medizin ist auf dem Vormarsch", unterstrich Rettig. Was bedeutet, dass die Kenntnis vom Einfluß der Gene dazu führen kann, für unterschiedliche Patientengruppen mit Bluthochdruck spezialisierte Medikamente zu entwickeln.

Gefunden haben die Wissenschaftler die Bluthochdruck-Gene beim „Durchsieben“ des menschlichen Genoms. Dabei verglichen sie ca. 2,5 Mio. Genvarianten von über 4.000 Studienteilnehmern aus Greifswald, Stralsund und Umgebung und maßen über 4.000 Mal exakt den Blutdruck. Weltweit wurden auf diese Weise über 34.000 Menschen untersucht. Überprüft wurden die gefundenen Genvarianten zusätzlich bei weiteren ca. 90.000 Europäern und 12.000 Asiaten.

Bluthochdruck ist inzwischen ein die Welt umspannendes Problem. Weltweit sind etwa 1 Milliarde Menschen von der Volkskrankheit Bluthochdruck betroffen, in Deutschland allein etwa 15 bis 20 Millionen. Bluthochdruck ist ein wesentlicher Risikofaktor für Herzerkrankungen und Schlaganfall und verursacht pro Jahr weltweit etwa sieben Millionen Todesfälle. Wichtige Ursachen für Bluthochdruck sind ein hoher Kochsalzkonsum, Übergewicht, Bewegungsmangel, Alkoholmissbrauch und eine genetische Veranlagung. Welche Gene dabei eine Rolle spielen, war bisher unbekannt.

WANC 11.05.09/Quelle: Nature Genetics, Greifswalder Gesundheitsstudie (Study of Health in Pomerania - SHIP)

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