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Blutdruckmessung
Bluthochdruck: Statt täglich Tabletten eine Spritze alle paar Monate?
Gegen Bluthochdruck impfen?

Eine Impfung gegen Hypertonie soll die ständige Tabletteneinnahme ersetzen. Damit könnte eines der größten Probleme bei der Bluthochdruckbehandlung - die mangelnde Therapietreue – beseitigt werden. Erste Tests mit dem neuen Impfstoff sind laut den Wissenschaftlern vielversprechend.

Eine Viermonatsimpfung soll in Zukunft die Medikamente ersetzen, die heute regelmäßig zur Kontrolle des Blutdrucks eingenommen werden müssen. Wissenschaftler des Biotechnologieunternehmens Cytos haben nachgewiesen, dass die Impfung gegen das Hormon Angiotensin im Blut den Blutdruck deutlich senkt. Das Team um Martin Bachmann testete den Impfstoff an 72 Patienten mit hohem Blutdruck - scheinbar ohne ernsthafte Nebenwirkungen. Die stärkste Reaktion glich den Symptomen einer leichten Grippe.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Impfstoff gegen Angiotensin, das für das Zusammenziehen der Blutgefäße und das Ansteigen des Blutdrucks verantwortlich ist, eine einfache Alternative darstellen könnte. Bei dem 14 Wochen dauernden Test wurde zwei Dosierungen des Impfstoffes erprobt, 300 und 100 Mikrogramm. Zusätzlich wurden einer Kontrollgruppe Blindpräparate verabreicht. Die Impfung wurde zu Beginn dieses Zeitraumes, nach vier Wochen und nach zwölf Wochen verabreicht.

Diese Menge war ausreichend, um eine Resistenz für vier Monate aufzubauen. Keine der beiden Dosierungen senkte den Blutdruck in der Nacht entscheidend. Während des Tages senkte die höhere Dosierung den Blutdruck deutlich, vor allem am späten Vormittag, wenn der Blutdruck bekanntermaßen ansteigt. Laut Bachmann könnte dieser Impfstoff die Kontrolle des Blutdrucks deutlich vereinfachen. Er würde routinemäßig bei den regelmäßigen Arztbesuchen verabreicht.

Bluthochdruck verdoppelt das Risiko, an einem Herzanfall oder einem Schlaganfall zu sterben. Betroffen ist rund ein Viertel aller Erwachsenen. Viele der Patienten müssen täglich Medikamente einnehmen. Ein Großteil hält sich jedoch nicht an die verordnete Medikation, nicht zuletzt da häufig Symptome fehlen. Die mangelnde Compliance ist denn auch das größte Problem bei der Behandlung, wie Ärzte immer wieder betonen.

WANC 10.03.08/pte

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