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Foto: DAK/Wigger
Laut Hochdruckliga sind weniger als 20 Prozent der Hypertoniepatienten effektiv behandelt (Foto: DAK/Wigger)
Bluthochdruck: Mangelnde effektive Behandlung

Deutschland weist eine der höchsten Raten an Bluthochdruck-Erkrankungen in der Welt auf: Mehr als 45 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland leiden an arterieller Hypertonie. Und weniger als 20 Prozent der Hypertoniepatienten sind effektiv behandelt, das beklagt die Hochdruckliga. Besonders gefährdet für Hypertoniefolgeschäden sind Patienten, die noch an weiteren Erkrankungen leiden. Dazu gehören: Koronare Herzerkrankung, Diabetes, Fettleibigkeit oder eine schwere Arterienverkalkung.

Damit sich der Gesundheitszustand der Patienten nicht verschlechtert, muss die blutdrucksenkende Therapie darauf abgestimmt sein. Denn jede zusätzliche Begleiterkrankung erfordere eine speziell darauf ausgerichtete Behandlungsstrategie, warnen Experten. Auch Diuretika, die im Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) als Medikament der ersten Wahl empfohlen werden, sollten mir Bedacht verwendet werden.

Bei multimorbiden Patienten, so der Fachausdruck für Betroffene mit mehreren Erkrankungen, erhöht die Hypertonie erheblich das Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt. “Diese Patienten bedürfen einer individualisierten Blutdrucktherapie, die auf ihre zusätzlichen Erkrankungen abgestimmt ist. Diuretika, also Entwässerungsmittel, dürfen zum Wohle des Patienten nicht immer erste Wahl sein", fordert Prof. Dr. Joachim Hoyer, Erster Vorsitzender der Deutschen Hochdruckliga (DHL) e.V. und Universitätsprofessor für Nephrologie an der Medizinischen Fakultät der Philipps-Universität, Marburg.

Alle nationalen und internationalen medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften würden ihre Empfehlungen danach ausrichten, ob die Patienten an Vorhofflimmern, einer Nierenschädigung oder anderen chronischen Krankheiten leiden. Denn an die Therapie von Patienten mit beispielsweise gleichzeitig bestehendem Vorhofflimmern werden ganz andere Anforderungen gestellt als an Patienten mit einer Nierenschädigung.

Die entwässernden Substanzen, aus denen Diuretika bestehen, senken in niedriger Dosierung den Blutdruck. Denn durch die Wasserausscheidung verringert sich die Blutmenge und die Spannung der Muskeln in den Blutgefäßen. Diese Substanzen können aber auch zu erheblichen Störungen des Mineralstoffwechsels führen, erhöhen die Neigung zur Gicht und verschlechtern den Zuckerstoffwechsel bei Diabetes, erklärt Hoyer.

Die Deutsche Hochdruckliga (DHL) hat die Mitte September vom IQWiG vorgestellte vergleichende Nutzenbewertung verschiedener Medikamente zur Behandlung des Bluthochdrucks auch aus diesen Gründen zurückgewiesen. “Der Bericht bietet keine Grundlage für eine Änderung der Therapie oder für neue Empfehlungen", sagte Hoyer. Die häufigen Begleiterkrankungen vieler älterer Hochdruckpatienten würden in der IQWiG-Analyse nicht ausreichend beachtet.

WANC 07.10.09/ Quelle: Deutschen Hochdruckliga

Das richtige Medikament gegen Bluthochdruck

 
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