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Foto: Stockbyte

Schwaches Herz: Gehirn altert schneller

Menschen, deren Herz nicht mehr die volle Leistung erbringt, haben nicht nur Herz-Kreislauf-Probleme. Die verminderte Pumpleistung lässt auch das Gehirn schneller altern. Das bedeutet, dass das Hirnvolumen rascher abnimmt. Ob der Grund für diesen Zusammenhang in einem reduzierten Blutfluss im Gehirn mit der Folge einer unterdurchschnittlichen Sauerstoff- und Nährstoffversorgung liegt, ist noch nicht geklärt.

Die Herzleistung ist ein Risikofaktor für ein vorschnelles Altern des Gehirns. Das stellt Dr. Angela Jefferson von der Boston University fest. Wie eng die Gesundheit von Herz und Hirn zusammen hängen, hat sie bei 1504 Bewohnern im Alter zwischen 15 und 84 Jahren in der Kleinstadt Framingham in Massachusetts fest gestellt. Sinkt die Pumpleistung des Herzens bedeutete das eine beschleunigte Alterung des Gehirns. Die damit verbundene Reduzierung des Gehirnvolumens trat nicht erst bei Vorliegen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung auf, sondern bereits dann, wenn die Pumpleistung den unteren Bereich der Normalleistung erreichte.

Gemessen wird die Leistung des Herzens anhand des sogenannten Herzindex (cardiac index). Bestimmt wird das Pumpvermögen des Herzens aus dem Herzminutenvolumen (Blutvolumen, welches das Herz pro Minute in den Kreislauf pumpt) und der Körperoberfläche (Oberfläche des Körpers, die von Haut bedeckt ist). Die untere Normgrenze liegt bei 2,5 Liter Blut pro Minute pro 1 Quadratmeter Haut.

In der Studie wurden die Teilnehmer in drei Gruppen eingeteilt: Bei der ersten lag der Herzindex unterhalb des Normbereichs, in der zweiten im unteren und in der dritten im oberen Normbereich. Bei den Gruppen eins und zwei wurden deutlich geringere Gehirngrößen festgestellt als in der dritten Gruppe. 
Dazu kommentiert das Deutsche Ärzteblatt: “Übertragen bedeute das: Nicht nur das Gehirn der Probanden mit bekannten Herzerkrankungen, sondern auch das derjenigen mit leicht unterdurchschnittlichen Index-Werten war im Schnitt fast zwei Jahre älter als das der Teilnehmer mit den besten Werten.”

Warum das so ist, können die Wissenschaftler nicht erklären. Sie fragen sich, ob die geringere Pumpleistung das reduzierte Gehirnvolumen hervor ruft oder ob beide Krankheitswerte eine ganz andere Ursache haben könnten. Es gibt Vermutungen, dass das geringere Blutvolumen, das das Herz durch den Körper pumpt, auch einen reduzierten Blutfluss zum Gehirn zur Folge hat. Und der bedingt, dass weniger Sauerstoff und Nährstoffe zu den Hirnzellen gelangen.



Klar zu sein scheint allerdings, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen und damit auch eine verminderte Pumpleistung des Herzens das Risiko für Demenzen steigen lässt. Denn hinter einer Demenzerkrankung stecke fast immer auch ein schrumpfendes Gehirn.

WANC 03.08.10, Quelle: Circulation, doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.109.905091, J Alzheimers Dis. 2010;20(3):813-21.

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