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Mittel gegen Bluthochdruck erhöht Brustkrebsgefahr

Sie nennen sich Kalziumantagonisten. Sie verhindern, dass Kalzium sich in Muskelzellen festsetzt und sorgen so dafür, dass sich Blutgefäße nicht zusammenziehen können, sondern erweitert bleiben. Deswegen werden sie zur Behandlung von hohem Blutdruck und Herzrhythmusstörungen eingesetzt. Doch nun weist eine Studie nach, dass der anhaltende Gebrauch dieser Medikamente das Risiko erhöht, Brustkrebs zu erkranken.

Ärzte haben 2763 Frauen im Alter zwischen 55 und 74 Jahren untersucht, von denen 1907 an Brustkrebs erkrankt waren und 856 unter keiner Krebserkrankung litten. Sie stellten fest, dass Frauen, die zehn Jahre oder länger Kalziumantagonisten eingenommen hatten, ein um das 2,4- bis 2,6-fach erhöhtes Risiko trugen, an Brustkrebs zu erkranken.

Welche Art von Kalziumkanalblockern dabei verwendet wurden - also kurz- oder langwirkende Mittel - beeinflussten das Risiko kaum. Andere Wirkstoffe, die zur Behandlung von Bluthochdruck verschrieben werden - Diuretika, Beta-Blocker, ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Antagonisten - erhöhten die Gefahr für Brustkrebs nicht.

Schon 1996 wurde eine Studie veröffentlicht, die Hinweise auf das gesteigerter Brustkrebrisiko durch Kalziumantagonisten geben. Die Erfahrungen ähneln denen der neuen Studie. Frauen, die Kalziumantagonisten eingenommen hatten, erkrankten etwa doppelt so häufig an Brustkrebs wie Frauen, die diese Mittel nicht benötigten. Verwendeten die Patientinnen neben dem Anti-Bluthochdruckmittel auch noch Östrogene, dann stieg das Risiko sogar auf das Vierfache.

In anderen Studie hatte man erkannt, dass insbesondere kurzwirksame Kalziumantagonisten vermehrt zu Krebserkrankungen von Gebärmutter, Magen und Darm führen. Außerdem stellte sich heraus, dass diese Medikamente die Gefahr bergen, an einer koronaren Herzkrankheit zu sterben oder einen Herzinfarkt zu bekommen.

Berliner Ärzteblatt 06.08.2013/ Quelle: JAMA Intern Med 2013
Herzmedikamente: Bei Frauen zu wenig erforscht

 
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