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Herzinsuffizienz: Frauen erhalten weniger intensive Therapie

Wenn Frauen mit akuter Herzinsuffizienz in ein Krankenhaus aufgenommen werden, dann sterben sie genauso häufig wie Männer daran. Dennoch existiert ein deutlicher Geschlechterunterschied: Analysiert wurden die Daten von insgesamt knapp 5.000 Patienten mit akuter Herzinsuffizienz in neun Ländern. 37 Prozent der Patienten waren Frauen. Unterschiede wurden nicht nur bei Symptomen, Begleiterkrankungen und auslösenden Faktoren für die akute Herzschwäche sondern auch bei der ärztlichen Behandlung aufgedeckt. So erhalten Frauen im Gegensatz zu den Männern eine weniger intensive Therapie.

So zeigt die Studie auf, dass Frauen mit akuter Herzinsuffizienz bei der Aufnahme in das Krankenhaus durchschnittlich älter waren als ihre männlichen Leidensgenossen und öfter als diese erstmals die Diagnose Herzschwäche erhielten. Frauen hatten halb so oft wie Männer einen kardiogenen Schock, aber doppelt so oft eine Rechtsherzschwäche. Frauen wiesen auch einen höheren systolischen Blutdruck und eine höhere Herzfrequenz auf. Die Mehrheit der Frauen hatte eine erhaltene Ejektionsfraktion. Die Ejektionsfraktion beschreibt den Prozentsatz des Blutvolumens, der von einer Herzkammer während einer Herzfraktion ausgeworfen wird; je besser sie erhalten ist, desto günstiger ist es.

Was die beobachteten Begleiterkrankungen angeht, so hatten Frauen häufiger Vorhofflimmern, Herzklappenerkrankungen, Diabetes, Adipositas, Anämie und Depression. Weniger oft als Männer hatten sie geraucht oder litten an Herzmuskelerkrankungen, einer koronaren Herzerkrankung, ungünstigen Blutfettwerten, Asthma oder einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD).

Zum Zeitpunkt der Krankenhauseinweisung nahmen Frauen weniger häufig als Männer Angiotensin-Rezeptoren-Blocker, Beta-Blocker, Aspirin oder Clopidogrel. Aufgrund des bei Frauen häufiger vorhandenen Vorhofflimmerns nahmen Frauen öfter als Männer Digitalis oder Vitamin-K-Antagonisten. Beatmungs-Behandlungen erhielten Frauen und Männer gleich oft, Eingriffe wie Katheter-Interventionen, Bypass-Operationen oder intraaortale Ballonpumpen wurden an Männern deutlich öfter als an Frauen vorgenommen.

Berliner Ärzteblatt 28.08.2012, Quelle: ESC Abstract P1949: Parissis et al, Gender-related treatments and co-morbidities in patients with acute heart failure.
 
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