Etwa
um das siebenundvierzigste Lebensjahr kommt ein kritischer Zeitpunkt
für die Frau: Die Funktionen der Eierstöcke vermindern
sich, die Monatsblutungen werden unregelmäßig und hören
schließlich ganz auf. Die enormen Hormonumstellungen während
dieser „Wechseljahre“ haben bei zwei Drittel der Frauen physische
und psychische Veränderungen zur Folge, erläutert Prof.
Ralf Uebelhack in der "Zeitschrift für Phytotherapie".
Zu
den bekanntesten Wechseljahrsbeschwerden zählen Hitzewallungen
und Schweißausbrüche. Dazu kommen Schlafstörungen,
Erschöpfungszustände, Nervosität, Antriebslosigkeit
und depressive Verstimmungen. Bei fünf Prozent der Betroffenen
seien die Intensität der Symptome als "sehr schwer"
einzustufen, betont der Mediziner von der Klinik für Psychiatrie
und Psychotherapie der Berliner Charité.
Nach
Studien, die als Folge der Einnahme von synthetischen Hormonen
Herz-Kreislauf-Beschwerden und ein möglicherweise erhöhtes
Brustkrebsvorkommen nachwiesen, findet ein langsames Umdenken bei
Ärzten statt. Doch ganz einfach fällt deren Suche nach
Alternativen anscheinend nicht. Jetzt erwartet man
Behandlungsmöglichkeiten von Naturheilmitteln, weil denen eine
gute Verträglichkeit attestiert wird.
Bei
Hitzewallungen werden schon seit langem Extrakte der
Traubensilberkerze erfolgreich eingesetzt. In verschiedenen Studien
haben sich diese einer Therapie mit synthetischen Hormonen sogar
"ebenbürtig" gezeigt. "Die Gesamtschau aller
klinischen Daten ergab jedoch, dass die Therapie mit
Traubensilberkerze vor allem neurovegetative Symptome beeinflusst,
wogegen psychische Beschwerden nur unzureichend gebessert werden",
fassen die Autoren die Forschungsergebnisse zusammen.
Uebelhack
und seine Kollegen prüften daher in einer aktuellen Studie, ob
eine Kombination von Traubensilberkerze und Johanniskraut – welches
zur Behandlung von leichten bis mittelschweren Depressionen
verabreicht wird – bei den typischen Wechseljahrsbeschwerden
wirksam ist. 301 Frauen bekamen über einen Zeitraum von 16
Wochen entweder das Kombinationspräparat oder ein Placebo. Die
kombinierte Gabe der beiden Heilpflanzen führte zu einem raschen
und lang anhaltenden Therapieerfolg, so Uebelhack.
"Die
Ergebnisse der vorliegenden Studie belegen, dass die 16-wöchige
Einnahme der fixen Kombination von Traubensilberkerze und
Johanniskraut hinsichtlich der Verminderung wechseljahrsbedingter
Beschwerden und besonders zur Behandlung von deren psychischer
Komponente eine wirksame und gleichzeitig sichere therapeutische
Möglichkeit darstellt", betonen die Berliner Experten.
WANC
14.05.07
Quelle:
J.-U. Blohmer et al.: Cimicifuga
und Hypericum als fixe Kombination gegen psychische
Wechseljahresbeschwerden. Zeitschrift
für Phytotherapie 2007; 28 (2): S. 67-70