
Die ungesättigten Fettsäuren des Fischöls können anscheinend das Voranschreiten einer Psychose vermeiden oder aufhalten (Foto: Stock photo)
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Omega-3-Fettsäuren: Wirksam gegen Psychosen
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Menschen mit einem besonders hohen
Risiko an einer Psychose zu erkranken, sollen dieses Risiko durch die
Einnahme von Fischöl-Kapseln mit Omega-3-Fettsäuren senken können. Wie
die ungesättigten Fettsäuren das genau bewerkstelligen können, ist noch
nicht vollständig geklärt. Aber anscheinend beeinflussen sie Prozesse
im Gehirn, die sonst in einer Psychose enden.
Eine frühe Behandlung von Schizophrenie und anderen Psychosen
verspricht einen größeren Erfolg auf Besserung. Das betont G. Paul
Amminger von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie
in Wien. In der Universtitätklinik wurden 12 Wochen lang 41 Patienten
mit einer täglichen Dosis von 1,2 Gramm Omega-3-Fettsäuren in Form von
Fischölkapseln behandelt. Außerdem 40 Patienten mit einem sogenannten
Placebo, also einer wirkstofffreien Kapsel. Alle Patienten waren
zwischen 13 und 25 Jahre alt. Alle litten unter milden psychotischen
Symptomen bis hin zu vorübergehenden Psychosen. Und bei allen bestand
das sehr hohe Risiko – um die 40 Prozent – innerhalb der nächsten zwölf
Monate an einer Schizophrenie zu erkranken.
Am Ende der Studie waren zwei (4,9 Prozent) in der Gruppe, die die
Fischölkapseln eingenommen hatten, an einer Psychose erkrankt. Bei
denen, die nur das Scheinmedikament bekommen hatten, traf dieses
Schicksal aber 11 Personen (27.5 Prozent) – also jeden Vierten. Der
Unterschied im Voranschreiten der Psychose betrug 22,6 Prozent.
Die Wissenschaftler beschreiben die Wirkung der ungesättigten
Fettsäuren damit, dass sie als Bausteine für Zellmembranen, deren
Eigenschaften verändern können. Außerdem sollen sie den
Informationsaustausch mit dem Neurotransmitter-System im Gehirn
beeinflussen. Neurotransmitter sollen an der Entstehung einer
Schizophrenie beteiligt sein.
Das Deutsche Ärzteblatt berichtet aber, dass es in der Vergangenheit
mehrere randomisierte Therapiestudien zu diesem Thema gegeben hat, die
allerdings nach Einschätzung der Cochrane Collaboration bei der
manifesten Schizophrenie keine sichere Wirkung erzielten (Cochrane
Database Syst Rev 2006; 3: CD001257).
Dennoch kommen die Amminger und seine Kollegen zu dem Schluß, diese
natürliche Substanz das Enstehen von Psychosen verhindern oder
zumindest verzögern könne. Omega-3-Fettsäuren wären frei von schweren
Nebenwirkungen, würden von den Patienten sehr gut akzeptiert und mit
relativ niedrigen Kosten verbunden.
Das Deutsche Ärzteblatt bewerte die Studie vorsichtig: “Erstaunlich ist
sicherlich auch, dass die präventive Wirkung auch nach dem Ende der
Therapie, die nur über 12 Wochen erfolgte, Bestand hatte. Auch wenn die
geringe Teilnehmerzahl einer monozentrischen Studie für eine definitive
Empfehlung nicht ausreichen mag….”
WANC 04.02.10, Quelle: Archives of General Psychiatry
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