
Körperliches Training bewirkt mehr als leichte Gymnastik: Körperlich rüstige Rentner schneiden bei Denkaufgaben wesentlich besser ab (Foto: Stock photo)
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Sport im Alter: Nutzt Körper und Gehirn
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Warum können sich ältere Menschen
viele Dinge so schlecht merken? Selbst wenn sie eigentlich gesund und
nicht an Alzheimer oder einer Demenz erkrankt sind? Weil die Gesundheit
von Körper und Geist so eng verbunden sind. Denn anscheinend gilt
der Spruch: „Wer rastet, der rostet“ sowohl für den Körper als
auch für das Gehirn. Ein dreimaliges Bewegungstraining pro Woche
verbessert nicht nur die körperliche Leistungsfähgikeit älterer
Menschen, sondern kann auch deren geistige Kapazitäten erheblich
steigern.
„In unserer Studie wurde deutlich, dass eine hohe körperliche Fitness
positive Auswirkungen auf die geistigen Funktionen hat“, erklärt Dr.
Claudia Voelcker-Rehage, Sportwissenschaftlerin und Leiterin der
Studie. „Konkret heißt das, dass fitte Senioren Informationen schneller
und genauer wahrnehmen und verarbeiten können als weniger fitte.“
Zudem können körperlich rüstige Rentner wesentlich gezielter wichtige
von unwichtigen Informationen unterscheiden. Körperliches Training
bewirkt dabei offenbar mehr als leichte Gymnastik: In der Studie
schnitten die Teilnehmer der Walking-Gruppe und des
Koordinationstrainings bei Denkaufgaben deutlich besser ab als die
Teilnehmer des Entspannungs- und Stretchingprogrammes.
Die Studie „Bewegtes Alter“ der Jacobs University Bremen hat über ein
Jahr mehr als 100 Männern und Frauen im Alter von 65 bis 75 Jahren
untersucht. Dabei konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass ein
dreimaliges Bewegungstraining pro Woche die geistige Leistungsfähigkeit
älterer Menschen erheblich steigern kann.
Voelcker-Rehage sieht in der Studie eine Bestätigung dafür, dass Sport
das Risiko unerwünschter altersbedingter Veränderungen im Gehirn
mindert und es beweglich und intakt hält. „In unseren Analysen konnten
wir zeigen, dass die körperliche Fitness immerhin bis zu 20 Prozent der
kognitiven Leistung ausmachen kann.“ Älteren Menschen rät die
Wissenschaftlerin deshalb, möglichst bis ins hohe Alter Sport zu
treiben: „Es lohnt sich in jedem Lebensalter mit Sport anzufangen.“
Spazierengehen, Nordic Walking oder Fahrradfahren tragen nach Angaben
von der Wissenschaftlerin viel dazu bei. Auf diese Weise werden nicht
nur Muskeln, sondern auch die Gehirnzellen trainiert. Es gebe Studien
die belegten, dass Bewegung präventiv sogar gegen Demenz wirke.
Personen mit einem aktiven Lebensstil haben demnach ein geringeres
Risiko für einen Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit oder an Demenz
zu erkranken als inaktive Personen. „Entscheidend ist, dass ältere
Menschen sich einfach viel und regelmäßig bewegen, damit sie sich auch
mit 80 Jahren noch ohne Probleme den Weg zu ihrem Hausarzt merken
können.“
Doch Senioren profitieren natürlich nicht nur geistig von regelmäßiger
körperlicher Aktivität: „Wer sich regelmäßig bewegt, wirkt
altersbedingten Verlusten der Leistungsfähigkeit von Herz, Stoffwechsel
und Muskulatur entgegen, ein idealer Schutz vor chronischen
Erkrankungen.“, bestätigt DAK-Sportwissenschaftler Uwe Dresel. „Und
sogar das Risiko an einigen Krebsarten zu sterben ist Wissenschaftlern
zufolge bei aktiven Sportler deutlich reduziert.“
Die besten Übungen für zu Hause zum Training von Koordination und Gleichgewicht hat die DAK zusammengestellt:
Balancieren im Alltag
Gerade im täglichen Leben bieten sich immer wieder Situationen, die zu
einem möglichst langen oder auch schnellen Balancieren herausfordern.
Dies können Fugen von Fliesen oder Pflastersteinen sein, aber auch
Absätze und Sockel zwischen Türen, andere leichte Erhöhungen,
Treppensteigen ohne Geländer oder Schuhe anziehen im Stehen.
Blätterfangen
Nehmen Sie sich ein Blatt Papier oder ein Blatt eines Baumes. Dieses werfen Sie in die Luft und versuchen, es wieder zu fangen.
Einbein-, Fersen- und Zehenspitzenstand im Alltag
Nutzen Sie die zahlreichen Situationen Ihres Alltags dazu, sich auf ein Bein oder Zehenspitzen und Fersen zu stellen.
Balancieren auf wackligem Untergrund
Wenn Sie besonders gut ausgestattet sind, so sind Sie möglicherweise in
Besitz eines Turn- oder eines Balancekreisels. Jede freie Minute, die
Sie darauf verbringen, ist Koordinationstraining pur! Alternativ: Eine
ausgemusterte Matratze oder eine alte Luftmatratze bieten auch schon
einen guten Einstieg. Schaffen Sie sich einen „unsicheren“ Untergrund,
der idealerweise schon das einfache Stehen auf zwei Beinen zur
Herausforderung macht, am besten an einer Wand oder vor Ihrem
Waschbecken, sodass Sie sich bei Bedarf jederzeit abstützen können.
Gegenstände balancieren
Viele Gegenstände in unserer Umgebung lassen sich sehr gut dazu nutzen,
sie auf den Fingerspitzen, der Handfläche oder dem Handrücken zu
balancieren. Als Beispiele bieten sich Kochlöffel, unterschiedlich
volle Getränkeflaschen, Lineale und vieles mehr an. Versuchen Sie, den
Gegenstand auszubalancieren.
Prellen – Werfen – Führen
Sofern Ihnen ausreichend Platz zur Verfügung steht brauchen Sie nur
noch ein oder zwei Gegenstände und Sie können sich von Ihrer Fantasie
anregen lassen. Sie können unterschiedlichste Materialien und
Gegenstände in allen Größen, Formen und Beschaffenheiten zum Werfen,
Prellen und Fangen nutzen (zum Beispiel Bälle, Säckchen, Tücher,
Frisbees, Papierkugeln, Flummis, Luftballons, Joghurtbecher). Werfen
Sie zwei Gegenstände synchron hoch (Luftballon und Tennisball) und
fangen sie wieder auf oder prellen Sie einen Ball auf den Boden und
versuchen Sie, den anderen schnell um die Hüfte zu führen, bevor Sie
den ersten Ball wieder auffangen. Sie können den Ball, statt zu
prellen, auch in die Luft werfen.
WANC 03.02.10, Quelle und Foto: DAK
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