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Aktuell > 2010
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Körperliches Training bewirkt mehr als leichte Gymnastik: Körperlich rüstige Rentner schneiden bei Denkaufgaben wesentlich besser ab (Foto: Stock photo)
Sport im Alter: Nutzt Körper und Gehirn

Warum können sich ältere Menschen viele Dinge so schlecht merken? Selbst wenn sie eigentlich gesund und nicht an Alzheimer oder einer Demenz erkrankt sind? Weil die Gesundheit von Körper und Geist so eng verbunden sind. Denn anscheinend gilt der  Spruch: „Wer rastet, der rostet“ sowohl für den Körper als auch für das Gehirn. Ein dreimaliges Bewegungstraining pro Woche verbessert nicht nur die körperliche Leistungsfähgikeit älterer Menschen, sondern kann auch deren geistige Kapazitäten erheblich steigern.

„In unserer Studie wurde deutlich, dass eine hohe körperliche Fitness positive Auswirkungen auf die geistigen Funktionen hat“, erklärt Dr. Claudia Voelcker-Rehage, Sportwissenschaftlerin und Leiterin der Studie. „Konkret heißt das, dass fitte Senioren Informationen schneller und genauer wahrnehmen und verarbeiten können als weniger fitte.“

Zudem können körperlich rüstige Rentner wesentlich gezielter wichtige von unwichtigen Informationen unterscheiden. Körperliches Training bewirkt dabei offenbar mehr als leichte Gymnastik: In der Studie schnitten die Teilnehmer der Walking-Gruppe und des Koordinationstrainings bei Denkaufgaben deutlich besser ab als die Teilnehmer des Entspannungs- und Stretchingprogrammes.

Die Studie „Bewegtes Alter“ der Jacobs University Bremen hat über ein Jahr mehr als 100 Männern und Frauen im Alter von 65 bis 75 Jahren untersucht. Dabei konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass ein dreimaliges Bewegungstraining pro Woche die geistige Leistungsfähigkeit älterer Menschen erheblich steigern kann.

Voelcker-Rehage sieht in der Studie eine Bestätigung dafür, dass Sport das Risiko unerwünschter altersbedingter Veränderungen im Gehirn mindert und es beweglich und intakt hält. „In unseren Analysen konnten wir zeigen, dass die körperliche Fitness immerhin bis zu 20 Prozent der kognitiven Leistung ausmachen kann.“ Älteren Menschen rät die Wissenschaftlerin deshalb, möglichst bis ins hohe Alter Sport zu treiben: „Es lohnt sich in jedem Lebensalter mit Sport anzufangen.“

Spazierengehen, Nordic Walking oder Fahrradfahren tragen nach Angaben von der Wissenschaftlerin viel dazu bei. Auf diese Weise werden nicht nur Muskeln, sondern auch die Gehirnzellen trainiert. Es gebe Studien die belegten, dass Bewegung präventiv sogar gegen Demenz wirke. Personen mit einem aktiven Lebensstil haben demnach ein geringeres Risiko für einen Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit oder an Demenz zu erkranken als inaktive Personen. „Entscheidend ist, dass ältere Menschen sich einfach viel und regelmäßig bewegen, damit sie sich auch mit 80 Jahren noch ohne Probleme den Weg zu ihrem Hausarzt merken können.“

Doch Senioren profitieren natürlich nicht nur geistig von regelmäßiger körperlicher Aktivität: „Wer sich regelmäßig bewegt, wirkt altersbedingten Verlusten der Leistungsfähigkeit von Herz, Stoffwechsel und Muskulatur entgegen, ein idealer Schutz vor chronischen Erkrankungen.“, bestätigt DAK-Sportwissenschaftler Uwe Dresel. „Und sogar das Risiko an einigen Krebsarten zu sterben ist Wissenschaftlern zufolge bei aktiven Sportler deutlich reduziert.“

Die besten Übungen für zu Hause zum Training von Koordination und Gleichgewicht hat die DAK zusammengestellt:

Foto: DAK Balancieren im Alltag
Gerade im täglichen Leben bieten sich immer wieder Situationen, die zu einem möglichst langen oder auch schnellen Balancieren herausfordern. Dies können Fugen von Fliesen oder Pflastersteinen sein, aber auch Absätze und Sockel zwischen Türen, andere leichte Erhöhungen, Treppensteigen ohne Geländer oder Schuhe anziehen im Stehen.

Blätterfangen
Nehmen Sie sich ein Blatt Papier oder ein Blatt eines Baumes. Dieses werfen Sie in die Luft und versuchen, es wieder zu fangen.

Einbein-, Fersen- und Zehenspitzenstand im Alltag
Nutzen Sie die zahlreichen Situationen Ihres Alltags dazu, sich auf ein Bein oder Zehenspitzen und Fersen zu stellen.

Balancieren auf wackligem Untergrund
Wenn Sie besonders gut ausgestattet sind, so sind Sie möglicherweise in Besitz eines Turn- oder eines Balancekreisels. Jede freie Minute, die Sie darauf verbringen, ist Koordinationstraining pur! Alternativ: Eine ausgemusterte Matratze oder eine alte Luftmatratze bieten auch schon einen guten Einstieg. Schaffen Sie sich einen „unsicheren“ Untergrund, der idealerweise schon das einfache Stehen auf zwei Beinen zur Herausforderung macht, am besten an einer Wand oder vor Ihrem Waschbecken, sodass Sie sich bei Bedarf jederzeit abstützen können.

Gegenstände balancieren
Viele Gegenstände in unserer Umgebung lassen sich sehr gut dazu nutzen, sie auf den Fingerspitzen, der Handfläche oder dem Handrücken zu balancieren. Als Beispiele bieten sich Kochlöffel, unterschiedlich volle Getränkeflaschen, Lineale und vieles mehr an. Versuchen Sie, den Gegenstand auszubalancieren.

Prellen – Werfen – Führen
Sofern Ihnen ausreichend Platz zur Verfügung steht brauchen Sie nur noch ein oder zwei Gegenstände und Sie können sich von Ihrer Fantasie anregen lassen. Sie können unterschiedlichste Materialien und Gegenstände in allen Größen, Formen und Beschaffenheiten zum Werfen, Prellen und Fangen nutzen (zum Beispiel Bälle, Säckchen, Tücher, Frisbees, Papierkugeln, Flummis, Luftballons, Joghurtbecher). Werfen Sie zwei Gegenstände synchron hoch (Luftballon und Tennisball) und fangen sie wieder auf oder prellen Sie einen Ball auf den Boden und versuchen Sie, den anderen schnell um die Hüfte zu führen, bevor Sie den ersten Ball wieder auffangen. Sie können den Ball, statt zu prellen, auch in die Luft werfen.

WANC 03.02.10, Quelle und Foto: DAK

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