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Aktuell > 2008
Foto: DAK
Medikamente gegen Arthrose sind unwirksam und manchmal riskant (Foto: DAK)
Arthrose: Gängige Therapien unwirksam?

Ist die in Deutschland gängige Arthrosebehandlung mit Medikamenten nutzlos? Eine von zwei Ärzten durchgeführte Untersuchung sagt, dass manche Medikamente tatsächlich als unwirksam und teilweise sogar als riskant eingeschätzt werden müssen.

In Deutschland leiden rund elf Millionen Menschen an Arthrose, davon sind fünf Millionen von Arthrose am Knie betroffen. Diese wird meist mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) behandelt. Wissenschaftler  fanden heraus, dass nur rund 15% der Arthrosepatienten, denen man NSAR verschrieb, diese Substanzen noch nach einem Jahr einnahmen. Gründe für die niedrige Quote: erhebliche Nebenwirkungen, wie beispielsweise Magen-Darmblutungen.

Die Düsseldorfer Ärzte Carsten Moser und Peter Wehling haben sich deshalb damit auseinandergesetzt, bei welcher Therapie gegen Knie-Arthrose ein wissenschaftlicher Nachweis der Wirksamkeit vorliegt. Sie analysierten sämtliche veröffentlichten Therapie-Leitlinien und mehreren hundert Studien. Dabei zeigte sich für die bei Arthrose sehr häufig verabreichten Antirheumatika eine sehr niedrige Wirksamkeit bei überraschend hohen Nebenwirkungen. Antirheumatika sind leicht wirksame Schmerzmittel, wie z.B. Paracetamol.

„Die Auswertung aller Studien macht deutlich, dass es bei Arthrose keine Standardtherapie gibt. Vielmehr ist ein individuell auf jeden Patienten abgestimmtes Behandlungskonzept auf Basis einer gründlichen Diagnostik gefragt,“ betont.

Genau genommen ermittelten die beiden Ärzte, dass Gewichtsreduktion, Muskelkräftigung und die Behandlung mit Injektionen beim Behandlungsergebnis vergleichsweise gut abschnitten. Andere Therapien, wie die Behandlung mit Medikamenten und die Gelenkspiegelung, fielen dagegen durch. Insbesondere bei der medikamentösen Therapie verbesserte sich die Gelenkfunktion kaum. Außerdem fiel bei dieser Behandlungsmethode die hohe Zahl von Nebenwirkungen, darunter Magengeschwüre und erhöhtes Herzinfarktrisiko, auf.

WANC 24.10.08/ Quelle: Stiftung Molekulare Medizin  

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