Allergien auf Schimmelpilze sind
relativ häufig. Jetzt haben Forscher die allergene Wirkung des
Schimmelpilzes Aspergillus versicolor aufgeschlüsselt. Das
könnte helfen, Immuntherapien gegen Schimmelpilz-Allergien zu
entwickeln.
In Deutschland leiden bereits fünf
Prozent der Bevölkerung an allergischen Reaktionen, die speziell
durch Schimmelpilze hervorgerufen werden. Die Schimmelpilzgattung
Aspergillus versicolor ist ein weit verbreiteter Schimmelpilz. Dieser
kommt bis zu 80 Prozent in feuchten Zimmerecken sowie auf
Lebensmitteln und im Hausstaub vor. Der Grund für die
Schimmelpilz-Allergie liegt im Eiweiß des Pilzes, das unter
anderem Atemnot oder Dauerschnupfen hervorruft.
Dem Forscherteam rund um Martin von
Bergen, Departmentleiter der Protoemik am Helmholtz-Zentrums für
Umweltforschung (UFZ) in Erfurt, ist es jetzt gelungen, die sieben
wichtigsten Allergene aus den Sporen des Schimmelpilzes zu
identifizieren. Nun versuchen sie eine neue Untersuchungsmethode zu
entwickeln, die diese Allergene nachweist. "Ich glaube, noch
2008 werden wir einen Test vorlegen, der in jedem medizinischen Labor
problemlos durchführbar ist", hofft von Bergen. Dieses
Testergebnis soll dann als Basis für die Bestimmung der
Identität der allergieauslösenden Pilzart und der einzelnen
Eiweiße dienen.
Der nächste Schritt des
Forscherteams wird die Entwicklung einer spezifischen Immuntherapie
gegen spezifische Schimmelpilze sein, erklärt von Bergen. Mit
einer solchen De- oder Hyposensibilisierung, bei der Patienten
bestimmte Mengen des Allergens verabreicht werden, kann es gelingen,
dass Allergien dauerhaft verschwinden. Laut von Bergen dürfen
die Betroffenen erst in einigen Jahren mit einem Mittel zur
Desensibilisierung bei Schimmelpilzallergien rechnen. Denn bevor ein
maßgeschneidertes Medikament zugelassen werden kann, muss es
zahlreiche Prüfungen bestehen.
WANC 05.02.08