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Aktuell > 2007
Frau mit Kopfschmerzen
Migräne: Therapie soll helfen, adäquat mit Ärger umzugehen und so die Anzahl der Anfälle zu verringern (Foto: pixland)
Migräne: Auslöser unterdrückter Ärger

Dass Migräne vor allem mit Stress in Verbindung steht, ist bekannt. Jetzt haben Wissenschaftler herausgefunden, dass es vor allem unterdrückter Ärger ist, der die Kopfschmerzanfälle auslöst.

In Deutschland leiden 8 Millionen Menschen unter Migräne. Es handelt sich dabei um primäre Kopfschmerzen, die nicht Symptom einer anderen Grundkrankheit sind. Im Durchschnitt haben Migränepatientinnen siebenmal pro Monat eine Attacke. Sehr pauschal wird Stress als ein wichtiger Auslöser einer Migräneattacke angesehen.

Ganz allgemein kann man davon ausgehen, dass ein Wechselspiel biologischer und psychologischer Faktoren bei der Entstehung der Migräne eine Rolle spielt. Dennoch werden soziale und psychische Aspekte in der Anamnese und Diagnostik in der Praxis meist nur unzureichend berücksichtigt und demzufolge die meist medikamentöse Therapie auf den organisch erkennbaren Symptomkomplex beschränkt.

Eine Studie fand heraus, dass von allen untersuchten psychologischen Einflüssen allein die Neigung, Ärger zu unterdrücken, mit der Migränehäufigkeit im Zusammenhang steht. Demnach geht eine seltene Ärgerunterdrückung mit einer niedrigen Kopfschmerzhäufigkeit einher, eine häufigere Ärgerunterdrückung mit höherer Kopfschmerzhäufigkeit.

Dass Ärgerverarbeitung allein einen solchen Einfluss ausübt, war bisher in dieser Deutlichkeit nicht bekannt. Diese Erkenntnis hat natürlich Konsequenzen für die Therapie. Da für Patienten mit hoher Ärgerunterdrückung die Themen Affektwahrnehmung und adäquater Affektausdruck sehr bedeutend sind, sollte eine Psychotherapie darauf gerichtet sein, geeignete Strategien im Ausdruck und Umgang mit ärgerlichen Gefühlen zu vermitteln.

WANC 12.09.07
Quelle: K. Bernardy: Prädiktoren der Anfallshäufigkeit bei Patienten mit Migräne. PPmP Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie 2007; 57 (7): S. 281-288


S. 281-288
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